Das effektivste Selbstcoaching, das ich kenne

Mehr als 70 % der Menschen verpassen diese einfache und kostengünstige Chance zur persönlichen Weiterentwicklung. In diesem Blogbeitrag zeige ich dir, wie du das Maximum aus dieser Technik herausholst. Mir hilft sie besonders, wenn ich mal wieder an mir selbst zweifle und denke, ich bekomme doch nichts auf die Reihe.

Karin beim Schreiben

Die Rede ist vom Tagebuch Schreiben. Wenn du nun verlegen lächelst und an dein 15-jähriges Ich denkst, das schnulzige und sehr geheime Wortergüsse über seinen Schwarm in einem rosa Büchlein festhielt und es dann mit einem kleinen Schloss versehen wieder sicher verstaute… lies weiter. Denn im Schreiben steckt ein mächtiges Werkzeug, das du nutzen kannst, um dich selbst zu coachen.

 

Tagebuch ist nicht gleich Tagebuch

Offenbar klingt das Wort „Tagebuch“ in der heutigen Zeit für Viele unsexy. Daher wird es mittlerweile auch als „Erfolgsjournal“, „Fortschrittsmonitoring“ oder ähnliches bezeichnet.

Wenn du darüber nachdenkst, mit dem Tagebuch Schreiben (wieder) zu beginnen, solltest du dir vorher Gedanken darüber machen, was Hintergrund und Ziel deines Schreibens sein sollen – wobei sich beides natürlich im Laufe der Zeit auch verändern darf.

Ich nutze mein Tagebuch vor allem, um Erfolge festzuhalten, Dankbarkeit zu zelebrieren und Gelerntes zu behalten. Dazu gleich mehr.

Grundsätzlich ist es DEIN Tagebuch und du darfst es nutzen, wie es sich für dich am besten anfühlt. Du kannst einfach drauf los schreiben oder etwas strukturierter vorgehen und dich an bestimmten, sich wiederholenden Leitfragen oder Stichworten entlanghangeln.

Mir persönlich liegt die Version mit den Leitfragen am meisten. Hier ist es natürlich entscheidend, die richtigen Fragen zu stellen, die dich in diesem Moment weiterbringen. Wenn du ein konkretes Ziel verfolgst ist es eine große Hilfe, dich täglich zu fragen, was du an diesem Tag getan hast, um deinem Ziel näher zu kommen. So bleibst du motiviert, denn du siehst, wie du jeden Tag ein Stück weiterkommst.

 

Das richtige Medium

Außerdem darfst du für dich entscheiden, welches Medium du für dein Tagebuch nutzt. Auch hier darfst du experimentieren.

Bei mir hat sich das schon mehrfach geändert. Ich liebe es, mit hochwertigen Stiften in schöne Notizbücher zu schreiben. Manchmal erweist sich das aber auch als unpraktisch, wenn ich das Buch nicht ständig bei mir habe.

Die Alternative ist ein digitales Tagebuch. Auch da gibt es natürlich verschiedene Möglichkeiten z. B. über die Notiz-App auf deinem Smartphone oder ein Textverarbeitungsprogramm. Wenn du andere an deinen Gedanken teilhaben lassen möchtest, bieten sich natürlich auch ein Blog oder die sozialen Medien an. Ich persönlich benutze zurzeit einen Cloud-Dienst und habe so auf allen Geräten mein Tagebuch greifbar. So nutze ich auch Wartezeiten, um am Smartphone etwas in mein Tagebuch zu schreiben oder alte Einträge zu lesen.

Vielleicht wechsle ich auch irgendwann wieder zurück zu Papier, wenn mir danach ist. Das ist alles völlig in Ordnung.

 

Der Schreibrhythmus

Dein Tagebuch ist am effektivsten, wenn du es täglich nutzt. Ich benutze mein Tagebuch vor allem, um meine Erfolge und Fortschritte zu dokumentieren und so unter anderem mein Selbstvertrauen zu stärken. Deshalb habe ich zusätzlich ein Wochen-, Monats- und Jahresritual.

Das bedeutet, dass ich mich am Ende der Woche nochmal hinsetze und mir alle Einträge der vergangenen Woche anschaue und die Erfolge, die ich besonders wichtig fand, nochmal in meine Wochenzusammenfassung eintrage. Das gleiche mache ich am Ende des Monats, wo ich die Wochenrückblicke noch einmal lese und die größten Erfolge des Monats herausschreibe. Und am Jahresende, du errätst es schon, schaue ich mir alle Monatsrückblicke noch einmal an und erhalte so einen inspirierenden Jahresrückblick!

Zusätzlich stelle ich mir wöchentlich, monatlich und jährlich noch einmal etwas andere Leitfragen. Ich zoome sozusagen aus unterschiedlichen Perspektiven in mein Leben herein und heraus und erhalte so einen guten Rundumblick. Die Fragen feile und verändere ich nach Bedarf und das darfst du natürlich auch für dich tun. Als Inspiration findest du unten meine aktuellen Fragen.

 

Hochstapler-Syndrom ade

In meiner Einleitung habe ich schon kurz erwähnt, dass mein Tagebuch mir hilft, wenn ich an mir selbst zweifle und glaube, ich bekomme nichts geregelt. Das ist ein netter Trick unseres Gehirns, das sich evolutionsbedingt gern darauf fokussiert, was alles NICHT läuft. Während wir uns immer weiterentwickeln, wird der neue Zustand zur Normalität und wir denken dann, dass sich nichts bewegt.

Eng damit verwandt ist auch das sogenannte Hochstapler-Syndrom. Hast du auch schon massive Selbstzweifel gehabt und Angst, man könnte dich „entlarven“ und herausfinden, dass du gar nicht so gut bist, wie alle in deinem Umfeld denken?

Ich selbst kenne dieses Gefühl gut und kann es schnell in den Griff bekommen, indem ich ein wenig in meinem Tagebuch zurückblättere. Da steht es schwarz auf weiß. An jedem einzelnen Tag habe ich Erfolge gehabt, an jedem Tag gab es Fortschritte, egal wie klein sie auch gewesen sein mögen. Was mir heute selbstverständlich erscheint, entpuppt sich im Rückblick als etwas Besonderes, das eben nicht jeder schafft und für dessen Erreichung ich mich strecken und wachsen durfte.

 

Weitere Vorteile des Tagebuch-Schreibens

Mithilfe meines Tagebuchs kultiviere ich Freude über Erfolge und Dankbarkeit in meinem Leben, nutze es zur Motivation und Inspiration und halte Gelerntes fest. Und das ist noch nicht alles. Ein Tagebuch kann noch mehr:

  • Disziplin trainieren: durch das tägliche Schreiben und das ausbilden der Gewohnheit trainierst du deine Disziplin. Das hilft dir auch in anderen Bereichen.
  • Den Tag gedanklich abschließen: wenn ich abends meinen Tagebucheintrag beende, ist der Tag für mich gedanklich abgeschlossen und ich bin entspannter und freier im Feierabend.
  • Gedanken verarbeiten und Gelerntes festhalten: durch das Schreiben erfährst du dich selbst und entwickelst ein besseres Verständnis dafür, wie du tickst. Deine Gedanken und Erfahrungen festigen sich und werden klarer dadurch, dass du sie in Worte fasst. Was vorher diffus in deinem Kopf umherschwirrte, steht nun in klarer Sprache vor dir.
  • Verbesserte Kommunikation: durch das Schreiben trainierst du auch deine Kommunikationsfähigkeit und deinen sprachlichen Ausdruck. Die Kommunikation mit deinen Mitmenschen wird so effektiver.

 

So könnte es aussehen

Wenn du nun Lust bekommen hast, selbst Tagebuch zu schreiben findest du hier als Vorlage und Inspiration meine aktuellen Leitfragen.

Täglich:

  • Mein Diamant des Tages:
  • Was lief heute gut (5 Punkte)
  • Dafür bin ich dankbar (5 Punkte)
  • Notizen zu Sport, Ernährung, Schlaf
  • Gedanken und Learnings

Wöchentlich:

  • Was waren die wichtigsten Erfolge in dieser Woche
  • Wie bin ich meinen Jahreszielen nähergekommen? (Ziel 1, Ziel 2, Ziel 3, …)
  • An welchen Zielen arbeite ich nächste Woche?
  • Was habe ich diese Woche gelernt?

Monatlich:

  • Highlights und Fortschritte in diesem Monat
  • Was nehme ich mit in den nächsten Monat? Kurskorrekturen bei meinen Zielen?
  • Was wünsche ich mir für den nächsten Monat?
  • Worauf freue ich mich im nächsten Monat?

Jährlich:

  • Highlights und Fortschritte in diesem Jahr
  • Habe ich meine Ziele erreicht?
  • Wenn nein: warum nicht? Ist das Ziel im nächsten Jahr noch wichtig?
  • Was sind meine Ziele für das neue Jahr
  • Darauf freue ich mich im nächsten Jahr

Wenn du in einer Suchmaschine deiner Wahl nach „Erfolgsjournal“ oder ähnlichem suchst, findest du auch viele vorgefertigte Bücher und Systeme, die dich mit Impulsen und Fragen versorgen. Häufig haben sie auch ein Fokusthema, wie z. B. Money Mindset. Das kann eine große Hilfe sein. Ich persönlich bleibe da am liebsten flexibel und stelle mir selbst die passenden Fragen, die mich in meiner Situation gerade unterstützen.

 

Fazit

Ich hoffe, mit diesem kleinen Einblick in die Welt des Tagebuchs konnte ich dich inspirieren und motivieren, es einmal auszuprobieren oder wieder anzufangen mit dem Schreiben. Schreib mir gern deine Fragen oder berichte mir ob oder wie du dein Tagebuch nutzt.

 

Alles Liebe
deine Karin

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