Warum auch Pippi Langstrumpf eine Löwin ist und was du von ihr lernen kannst

Stehst du manchmal vor Herausforderungen und hast keine Ahnung, wie du das schaffen sollst? Vielleicht ärgerst du dich über dich selbst, weil du immer wieder in bestimmte Muster verfällst und dich hilflos ausgeliefert fühlst. Verflixt, schon wieder nicht zum Sport gegangen?

Heute habe ich ein spannendes Gedankenexperiment für dich, das dich verblüffen wird und dir ungeahnte Möglichkeiten eröffnet. Bist du dabei?

Die Überraschung im Spiegel

Stell dir vor, du wachst morgens auf. Du ziehst dir deine Ringelsocken an und schlurfst ins Bad, während du vor dich hin summst: „Ich mach mir die Welt, wiedewiedewie sie mir gefällt…“ Im Bad angekommen schaust in den Spiegel und stellst fest: du bist Pippi Langstrumpf! Deine roten Zöpfe stehen seitlich von deinem Kopf ab, dein Gesicht ist mit Sommersprossen übersät und als du durchs Fenster schaust, siehst du Kleiner Onkel auf der Veranda deines Holzhauses stehen.

Was mag der Tag wohl heute bringen? Ein paar Kleinkriminelle aufs Kreuz legen, mit einem Auto durch die Gegend fliegen oder vielleicht lässt sich auch dein lieber Piraten-Papa mal wieder blicken?

Bitte schließe für einen Moment die Augen und stell dir vor, du seist Pippi Langstrumpf. Schlüpfe ganz in diese Rolle. Wie geht es Dir? Welche Gedanken gehen dir jetzt durch den Kopf? Wie ist deine Körperhaltung? Wo bist du und wie lebst du deinen Tag? Versuche, Pippi mit allen Sinnen wahrzunehmen.

Macht das Spaß?

Nun stell dir vor, du wachst am nächsten Tag auf, schaust in den Spiegel und bist Michelle Obama. Wie geht es dir jetzt? Was fühlst du? Wie bewegst du dich in deinem Körper? Wie unterscheidet sich die Gedankenwelt von Pippi Langstrumpf und Michelle Obama?

Bitte nimm dir einen Moment Zeit und reflektiere, was bei diesem Rollenwechsel in dir und in deinem Körper vorgeht. Wenn möglich, mache dir ein paar Notizen dazu.

Am dritten Tag schließlich wachst du auf, und erblickst im Spiegel… dich selbst. Wie geht es Dir nun? Bist du enttäuscht oder erleichtert? Welche Gedanken und Gefühle erlebst du? Wie ist eine Körperhaltung?

Was hat sich in den letzten Minuten geändert? Objektiv betrachtet nichts. Hast du bemerkt, wie mächtig unser Geist ist und wie er ganz unterschiedliche Überzeugungen, Gefühle und Körperhaltungen erschafft, je nachdem, welche Identität wir annehmen?

Wähle deine Identität

Welche dieser Personen wärst du am liebsten? Pippi Langstrumpf, Michelle Obama oder du selbst?

Was würde passieren, wenn du deinen Tag tatsächlich mit der Haltung von Michelle Obama lebst? Welche Ergebnisse hättest du? Natürlich musst du nicht zu 100% wie Michelle Obama werden. Allerdings ist es extrem hilfreich, sich eine Wunschidentität zu erschaffen und diese täglich zu leben.

Es ist nämlich so: deine Gedanken werden deine Wirklichkeit.

Wer möchtest du also sein? Dabei sind deiner Fantasie keine Grenzen gesetzt. Es kann eine reale Persönlichkeit, eine Filmrolle, eine wilde Kombination, ein Tier, oder was auch immer sein. Bei mir ist es ganz klar die Löwin. Ich finde ihre Eigenschaften sehr inspirierend und stehe täglich als Löwin auf und beginne meinen Tag. Eine Löwin ist kraftvoll, fokussiert und dynamisch und dann wieder gesellig, sanft und relaxed. Damit habe ich ganz andere Ergebnisse. Ich kann mich immer fragen: was würde die Löwin jetzt machen? So werde ich immer mehr selbst zu der Löwin, die ich sein möchte. Würde eine Löwin sich jetzt aufraffen und zum Sport gehen? Unser Gehirn hasst Widersprüche zwischen Gedanken und Verhalten. Wenn ich also auch nur halbwegs überzeugt bin, wie eine Löwin zu sein, werde ich jetzt meine Sportsachen anziehen.

Dieses Gedankenexperiment kannst du beliebig variieren. Du hast ein schwieriges Meeting vor dir? Wie wäre es, als Angela Merkel in das Meeting zu gehen? Du fühlst dich schüchtern? Warum nicht als Marilyn Monroe auf die Party gehen?

Sobald du eine Identität annimmst, verändert sich dein körperlicher, mentaler und emotionaler Zustand.

Ist das authentisch?

Du findest, das ist Schauspielerei und nicht authentisch? Was bedeutet für dich Authentizität? Wir alle spielen viele Rollen und Identitäten. Du bist vielleicht Partnerin, Tochter, Freundin, Unternehmerin, Chefin, Tante, Hundebesitzerin, Violinistin usw. In all diesen Rollen nutzt du andere Muster, Verhaltensweisen und Wahrnehmungsfilter. Das bekannte Buch von Richard David Precht trägt den Titel: Wer bin ich und wenn ja, wie viele? Aus dem Gesichtspunkt der Rollen und Identitäten heraus lautet die Antwort: so viele du willst!

In deinem Alltag erlebst du bereits jetzt, dass du unbewusst und ohne Anstrengung in verschiedene Rollen schlüpfst. Warum solltest du diese Fähigkeit nicht zu deinem Vorteil nutzen? Um es mit Pippi Langstrumpf zu sagen: Mach dir die Welt, wiedewiedewie sie dir gefällt.

Es ist sogar möglich, die Identität von Gruppen anzunehmen. Du kannst beispielsweise die Identität deines Unternehmens annehmen, um ein Problem zu beleuchten. Wie fühlt sich dein Unternehmen gerade? Was braucht es? Wer ist Teil dieses Unternehmens und wer fühlt sich wie ein Fremdkörper an usw.?

Deine neue Wunschidentität

Nimm dir Zeit, um eine für dich stimmige Identität zu finden. Dabei darfst du ganz ungeniert träumen und mixen. Mutig und entschlossen wie Malala mit der Ausstrahlung deiner früheren Englischlehrerin? Na klar! Ein Energiebündel wie Pink mit dem Humor von Barbara Schöneberger? Warum nicht? Vielleicht dazu noch die Weisheit eines Meister Yoda? Die Galanz einer Antilope? Vielleicht spricht auch dich die Identität der Löwin an? Übernimm nur, was du an diesen Identitäten schätzt.

Überlege dir am Ende einen Namen oder eine Bezeichnung für deine Wunschidentität. Das funktioniert auch prima im Austausch mit anderen und macht riesigen Spaß.

Wenn du deine Wunschidentität nach außen kommuniziert, hat es noch einen weiteren Vorteil. Man wird dich darauf ansprechen. Ich werde zum Beispiel oft mit „Hey du Löwin“ angesprochen. So nimmt unser Gehirn diese Information auch von außen auf und wir sind immer mehr davon überzeugt, dass es wohl tatsächlich so sein muss, wenn uns sogar andere so nennen. Damit passen wir unser Verhalten, unsere Wahrnehmung und unsere Körperhaltung immer weiter unserem Wunsch an. Wir erschaffen uns die Persönlichkeit, die wir sein möchten.

Lass uns noch einmal zusammenfassen:

  • Wir alle haben viele verschiedene Rollen und Identitäten und können mühelos zwischen ihnen wechseln.
  • Um bessere Ergebnisse zu erzielen, können wir ganz gezielt eine Identität annehmen, von der wir wissen, dass sie unsere aktuelle Herausforderung meistern würde.
  • Leg dir eine „Wunschidentität“ fest, die dich inspiriert und begeistert. Hab Spaß dabei und wenn du magst, rede mit anderen Menschen darüber. Nun kannst du dich jederzeit fragen, wie deine Identität handeln würde und dein Gehirn wird dir eine Antwort liefern.

Teile deine Wunschidentität gern mit mir. Wenn du dir noch weitere Unterstützung und Power von Gleichgesinnten wünschst, dann komm in unsere Löwinnen-Mastermind und bring dich selbst auf das nächste Level.

Ich wünsche dir viel Spaß beim träumen und umsetzen!

Deine Karin

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